Mein geliebtes Österreich

Nirgendwo habe ich bisher mehr Urlaubszeit verbracht als in Österreich! Es gibt kaum eine Bergspitze, die ich nicht kenne oder sogar schon drauf war. Wahrscheinlich werden deshalb diesem Eintrag auch noch einige folgen 🙂

Mein letzter Urlaub ging nach Annaberg im Lammertal im Salzburger Land (quasi am Fuße des Dachsteingebirges).

Ich suche in meinen Sommerurlauben eher die Ruhe und buche auch meistens die letzten Wochen vor den Sommerferien. Ausflüge gerne, aber der Sommerurlaub ist immer zum Aufladen der Akkus gedacht.

Auf der Suche nach einem schönen Ferienhaus rund um das Dachsteingebirge bin ich über FeWo-Direkt auf eine tolle Hütte gestoßen, die sämtliche Kriterien erfüllte (die Hundebesitzer unter euch wissen, dass dies sehr schwer werden kann). Ich schrieb kurz mit der wirklich sehr netten niederländischen Vermieterin und schon war alles in Sack und Tüten. Sie selbst hat einen großen Hund mit dem sie das Ferienhaus selbst nutzt, dass machte für uns leicht. Des Weiteren hat das Ferienhaus zwei Schlafzimmer und ein Kinderzimmer zu bieten. Der Wohn- und Essbereich ist ebenfalls großzügig und es gibt neben der Terrasse auch einen Balkon nach hinten raus (mit Blick auf die Bischofsmütze). Da meine Eltern zeitgleich in Österreich waren, habe ich spekuliert, dass sie eine Nacht bei uns bleiben, aber das passte nicht. Warum so viele Schlafmöglichkeiten für zwei Personen? Tja das Ferienhaus kostete genauso viel wie kleinere Ferienwohnungen in der Umgebung, also why not?

Der Urlaub begann wie immer mit einer laaangen Autofahrt mitten in der Nacht. Das ist zum einen gut für Frida, die dann nach einem Tobe-Spiel-Lauftag einfach weiterschläft und zum anderen für meinen Freund gut, der nämlich ebenfalls für ein paar Stunden bis zum Fahrerwechsel nickert. Ich selbst kann leider gar nicht im Auto schlafen, deshalb ist es mir auch wurscht wann ich fahre.

Beim Stöbern im Internet fand ich heraus, dass es auf der Strecke bei der Abfahrt Göttingen West (A7) wohl eine für Hunde sehr coole Raststätte sein sollte, da diese eine abgezäunte Hundewiese besitzt. Also planten wir die Pausen so, dass wir von Hamburg aus den erstgrößeren Stopp dort machen konnten. Also …. ja naja….es ist wirklich seeehr kleine Hundewiese, aber Frida konnte ohne Leine schnüffeln, während wir unsere Brote aßen.

Der Moment, wenn man der österreichischen Grenze langsam näher kommt und am Horizont langsam die ersten Umrisse der Alpen erkennt ist jedes Mal wunderschön (gerade als norddeutsches Deern immer noch mehr besonders). Denkt unbedingt daran, euch eine gültige Vignette für die österreichische Autobahn zu besorgen. Ich bestell diese meistens vorab online beim ADAC.

Für Österreich gibt es ja kaum Einreisebestimmungen für den Hund. Trotzdem sei nochmal an die Tollwut-Impfung und des blauen EU-Pass erinnert. Des Weiteren nehmen wir immer einen Maulkorb für alle Fälle mit (falls irgendjemand gerade im Nahverkehr diesen mal sehen möchte).

Der Ort Annaberg im Lammertal besteht aus wenigen Häuschen, wovon glaube ich auch mehr als die Hälfte Ferienwohnungen sind. Da wir also in der Nebensaison angereist sind, war es wirklich ein fast verlassener Ort. Das Hotel, wo wir auch unseren Schlüssel abholen konnten, hat jedoch ganz jährig geöffnet und bietet eine gute regionale Küche an.

Nach der ersten Inspizierung des Hauses gingen wir erstmal in der Umgebung spazieren um die tolle Bergluft zu genießen (und uns an die nicht so geradlinigen Wege zu gewöhnen). Frida durfte auch gleich Bekanntschaft mit der ersten Kuh machen. Sie hält nicht viel von diesen unheimlichen Riesen und macht lieber einen Schlenker um diese.

Mein Freund, der erst zum zweiten Mal in Österreich war, dachte er wäre klüger als ich und meinte, dass wir den Weg ruhig über die Kuhweide fortsetzen könnten. Da wir zur Kalbzeit da waren riet ich vehement davon ab, aber Männer sind da ja bekanntermaßen Belehrungsresistent. So dauerte es nicht lange, da befanden wir uns auf einer kleinen Wiese hinter einem Zaun wieder, von der kein Weg weg führte als über die Kuhweide. Wie wir dahin gekommen sind? Ohja gute Frage…vielleicht weil wir panisch flüchten mussten?  Denn überraschender Weise behielt ich recht und die Kühe fanden unseren Besuch echt kacke. Nachdem die Kühe nach geraumer Zeit das Interesse an uns verloren haben und in Richtung ihrer Tränke zogen, sprintete ich über den Zaun, mein Freund mit Hund auf dem Arm hinterher schnurstracks zum Ausgang der Weide. Nach dieser gefühlten Nah Tod Erfahrung war ich fürs erste bedient und sagte noch den Rest des Abends: „Ich hab es dir ja gesagt, aber….“.

Die darauf folgenden Tage nutzen wir um die Umgebung genauer kennenzulernen. Etwaige Wanderwege, die unserer Schwierigkeitsstufe (ganz niedrig) entsprachen oder Ausflugsziele.

Der Kopfberg bietet für die ganze Familie ein buntes Programm an Aktivitäten, wie zum Beispiel den Märchenwanderweg oder eine Minigolfanlage, die sich beide an den Wanderwegen in den nächsten Ort schlängeln. Über diese Wege erreichten wir den Ortskern von Annaberg um ein paar kleine Besorgungen zu machen (wir vermeiden im Urlaub gerne das Auto). Nach dem wir alles erledigt hatten, sind wir im Postwirt eingekehrt. Sehr leckeres Essen zu fairen Preisen und Frida war natürlich auch kein Problem.

Da mein Freund noch nie in Salzburg war, stand diese wundervolle Stadt natürlich auf der Ausflugsziel-Liste. Wir haben den Ausflug aber sehr oberflächlich gehalten, da es an dem Tag sehr heiß war und Menschenmaschen durch die Stadt wirbelten. Als bewährter Startpunkt in Salzburg kann ich die Altstadtgarage empfehlen; ein großes Parkhaus im Berg. Wir haben uns die schönen Parks und Gärten angeguckt, vor allem der Mirabellgarten ist wunderschön.

Am Nachmittag haben wir an der Salzburger Residenz in einem kleinen Café jeweils ein köstliches Tortenstück gegessen und sind dann weiter durch die Gassen der Stadt geschlendert.

Wer hier mehr Zeit für die Stadt hat, sollte unbedingt einen Ausflug auf die Festung Hohensalzburg machen. Schon allein der Ausblick auf die Stadt lohnt sich. Es gab schon bei früheren Besuchen in Salzburg meine ich ein Kombiticket für die Burg und der Festungsbahn. Damit erspart man sich den Aufstieg zur Burg ;). Ebenfalls lohnt sich finde ich ein Besuch beim Lustschloss Hellbrunn, ca. 5 km entfernt vom Salzburger Zentrum.

Ein weiteres Ausflugsziel ist die Eisriesenwelt bei Werfen gewesen. Ich erinnerte mich noch daran, als Kind mit meinen Eltern dagewesen zu sein und dachte es würde meinem Freund gefallen. Vor Ort erinnerte ich mich auch daran, dass diese Seilbahn mit einem Affenzahn da hochfährt, also wurde ich etwas nervös…aber nach kurzer Zeit war der Spuck vorbei und wir mehrere hunderte Meter höher.20160614_123547

Da die Tunnelwege meist über Treppen gehen, wird vorher darauf hingewiesen, dass man den Hund zwar mitnehmen kann, diese aber ungeachtet von dem spontanen Temperaturwechsel, oft mit den Stufen zu kämpfen hätten (es sind wirklich viele) und es sich überlegen sollte, ob man den Hund tragen möchte. Da Frida ca. 13-14 Kilo wiegt, ließ ich Henry alleine reingehen und genoss mit Frida die Aussicht vom Restaurant aus. Er fand es ziemlich beeindruckend und bei seiner Erzählung kamen auch meine Erinnerungen wieder hoch.

Bei einer kleinen Rundfahrt mit dem Auto sind wir auch bei herrlichem Wetter beim Wolfgangsee vorbeigekommen. Man kann sich hier in diversen Orten Boote ausleihen oder wie wir einfach am Ufer spazieren gehen und das Panorama genießen. Auf jeden Fall kann ich den See auch als Ausflugsziel empfehlen.

20160617_165624

Wie schon erwähnt waren meine Eltern zur gleichen Zeit in Österreich unterwegs und so planten wir wieder ein treffen. Da ich mir beim letzten geplanten Urlaubstreffen im Vorjahr den Fuß beim Canyoning (vorgeschlagen von meinen Eltern) gebrochen habe, war ich dieses Jahr mit der Auswahl der Aktivität dran und entschied mich fürs angeln gehen. Ich fand in der Nähe einen Forellenteich, der auch Angeln verlieh und fragte kurz, ob es mit Hund auch okay ist. „Solange der Hund die Fische nicht verjagt…ja!“ Also stand dem Angeln nichts im Weg. Wir waren sehr euphorisch und machten erstmal die Angeln zurecht und fummelten die Köder an die Haken, da hatte Dad schon den ersten Fisch an der Angel. Kaum waren wir unsere Angeln hinterher, zog Dad schon die zweite Forelle aus dem See. Drei, vier und fünf folgten ebenfalls. Die letzte Forelle zog ich jedoch an Land :D. Fachgerecht ausgenommen von Mum konnten wir die Forellen vor Ort einschweißen lassen und nahmen den Fang mit zu unserer Hütte. Selbstverständlich kamen ein paar Forellen fangfrisch auf den Grill und so genossen wir einen schönen gemeinsamen Abend.

Natürlich haben wir auch die Donnerkogelbahn im Ort genutzt. Wir sind mit der ersten Bahn nach oben gefahren um auf der Sonnenalm zu frühstücken. Einfach unbeschreiblich leckeres Frühstück. Die riesige Auswahl an regional frischen Produkten bietet für jeden Geschmack etwas.

Hinter dem Berg befindet sich der Gosausee. Hier sind wir auf der Rücktour von einem anderen Ausflug im Gasthaus eingekehrt und ich kann euch sagen. Der wohl schönste Ort für ein kaltes Bier! Hier bietet sich eine imposante Kulisse, an der man sich nicht satt sehen kann. Man kann auch um den See wandern oder nahelegende Wanderrouten einschlagen. Ein wundervoller Ort.

Natürlich haben wir auch eine Wandertour gemacht. Da wir ja den ganzen Urlaub auf die Bischofsmütze geschaut haben, war der Ehrgeiz meines Freundes geweckt, die an einem Hang des Berges gelegene Stuhlalm zu bewandern. Laut diverser Schilder sollte die Wanderung ca. 2-3 Stunden Zeit in Anspruch nehmen. Nach meinen bisherigen Wandererfahrungen in Österreich dachte ich mir aber schon, dass es wesentlich länger dauern würde. In der Frühe sollte es losgehen und schnell stellten wir fest, dass es wohl der heißeste Tag unseres Urlaubs werden würde. Deshalb haben wir für Frida und uns extra viel Wasser eingepackt. Nach einigen zurückgelegten Höhenmetern habe ich schon gedacht, dass ich mit meiner Kondition definitiv keine Alm erreichen werde. Aber der Ehrgeiz war geweckt und so ging es mit regelmäßigen Trinkpausen weiter nach oben. Leider war der Weg weniger durch den Wald und mehr über offene Wiesen und Weiden, was bei zunehmender Mittagshitze den Weg immer beschwerlicher machte. Gegen späten Mittag jedoch war das Ziel erreicht und wir kehrten zum Essen in der kleinen Almhütte ein.20160622_145029 Ich habe dort den BESTEN, und damit meine ich den brillantesten Kaiserschmarrn meines Lebens gegessen. Kulinarisch lohnt sich der Besuch der Stuhlalm also auch!

 

20160622_134431Gestärkt machten wir uns auf den Rückweg und kamen in den frühen Abendstunden mit ordentlich Sonnenbrand und leeren Wasserflaschen in der Hütte an.

 Der folgende Tag fand eher im Liegestuhl auf der Terrasse statt, denn alle drei waren völlig kaputt.

Wer genauere Informationen für seine nächste Reise haben möchte oder Tipps oder Ausflugsziele erfahren will (das gilt nicht nur für´s Salzburger Land), der kann mich gerne anschreiben 

Österreich bleibt mein Erholungsland Nr. 1 und ich finde, dass man auch nach vielen Jahren immer noch völlig neue Eindrücke sammeln kann.

In dem Sinne… Servus!

 20160623_140035

 

Advertisements

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. ..ja.. nicht umsonst lebe ich seit 2002 hier😆.. und das Salzkammergut ist ein Traum.. wart ihr noch ein Stück weiter am Hallstättersee.. Grundlsee.. ?!..lg derzeit aus Frankreich..

    Gefällt 1 Person

    1. maryeitsch sagt:

      Einen Urlaub hab ich mal komplett am Grundlsee verbracht 🌞 ich kann völlig verstehen das man da leben möchte 💕

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s