Frühling in P…

…rag!

Vor ein paar Tagen bin ich aus Prag wiedergekommen und möchte euch jetzt von der wunderschönen Stadt an der Moldau berichten.

Wir sind an dem Osterwochenende für 5 Tage nach Prag gereist und dieses Mal ohne Hund. Einmal im Jahr machen wir eine Städtereise oder ähnliches wo wir unsere Frida mal in ihrer HuTa lassen (wobei ich immer das Gefühl habe, sie freut sich mehr auf den Urlaub von uns :D).

Also wer die Reise von Hamburg, Berlin oder Dresden antritt, sollte über die Anreisevariante per Zug nachdenken, denn der EC der tschechischen Bahngesellschaft České dráhy (ähnlich dem IC der Deutschen Bahn) fährt direkt und bequem nach Prag. Die Tickets für die Zugfahrt habe ich über die Sparpreis-Europa Seite der Deutschen Bahn gefunden; so sind wir für 150 € zu zweit und ohne umsteigen direkt von Hamburg nach Prag gekommen. Mit dem Auto wäre es nicht günstiger geworden und die Zugfahrt dauert auch nur ca. 7 Stunden. Es gibt funktionierendes WiFi an Board und jeder Platz hat Strom. Der Speisewagen hat auch ein nostalgisches Flair, man kann sich das Essen aber auch mit zum Platz nehmen. Es fehlt also an nichts während der Zugfahrt.

In Prag angekommen, machten wir uns auf zum ersten der zwei gebuchten Hotels auf (beide befinden sich in dem Stadtteil Holešovice). Mir wurde der Stadtteil im Marco Polo als neuer Trendstadteil angepriesen, doch der erste Eindruck war ein ganz anderer. In den folgenden Tagen lernten wir den Stadtteil jedoch genauer kennen und fühlten uns hier pudelwohl und wollten gar nicht woanders sein.

Aus dem Bahnhof in Praha-Holešovice raus ließen wir erstmal die Umgebung auf uns wirken und machten uns dann auf zum Le Petit Hotel Prague.

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Sehr freundlich wurden wir im kleinen aber soliden Hotel von dem 24 Stunden besetzten Empfang begrüßt und gingen dann zu unserem Zimmer. Also es ähnelt eher einer Jugendherberge und leider ist es auch mit der Lautstärke der anderen Gäste so gewesen (da kann man halt mal Pech haben). Die Wände sind aber generell sehr dünn, sodass man schnell das Gefühl hat, dass die Staßenbahn durchs Zimmer fährt oder jemand im eigenen Bad duscht. Wenn man aber nach einem langen Tag nur zum Schlafen zurückkommt, hört man das alles vor Erschöpfung gar nicht. Es war auf jeden Fall ein sehr sauberes Hotel. Das Frühstück allerdings ist noch ein wenig ausbaufähig. Die Auswahl ist sehr dürftig und es wurde dann auch nicht immer gleich aufgefüllt. Es ist ein gutes Hotel ohne großartige Goodies.

Wir sind von dem Hotel zur sehr nahe gelegenen Tram gegangen, die sehr regelmäßig direkt ins Zentrum der Stadt fährt. Wir haben uns ein 3-Tages-Ticket für 310 Kronen (ca. 12 Euro) geltend für den Gesamten Bereich für Bahn, Bus, Metro etc. geholt und schon ging es ins Epizentrum der Touristen. Ich weiß nicht ob es an dem Osterwochende lag, aber es war an den Hauptaktraktionen der Stadt einfach viel zu voll. Deshalb schlengelten wir am ersten Tag eher durch die Nebengassen und fanden schnell ein Lokal mit leckerer tschechischer Küche.

Nachdem die Sonne verschwunden ist und die Nacht ein bisschen Ruhe in die Stadt gebracht hat, sind wir nochmal Richtung Karlsbrücke geschlendert und hatten so mal ein bisschen mehr von der Stadt für uns, zumal der Blick auf die angeleuchtete Prager Burg echt wunderschön war. Ein Spaziergang über die Karlsbrücke bei Nacht kann ich nur empfehlen.

Am nächsten Tag haben wir dann die Stadt mit Hilfe der City sightseeing Prague – Busse erkundigt. Es gibt 24 Stunden Tickets für die Hop on Hop off Busse für 500 Kronen (ca. 22 Euro) pro Person. Es gibt Busse mit verschieden Sprachen, wo man sich einfach mit Kopfhörern berieseln lassen kann, wer es aber kann, sollte die englisch geführten Touren machen, denn die Guides sind für alle Fragen offen und offenbaren auch gerne mal ein zwei Tipps. Um sich erstmal in der Stadt zurecht zu finden, ist die Busfahrt ein guter Start.

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Wer abgesehen von den üblichen böhmischen Knödeln mal was anderes landestypisches probieren möchte, sollte unbedingt mal einen Abstecher ins Sisters machen und die Chlebíčky dort probieren. Mit einem Platz am Fenster, kann man hier ein bisschen verweilen und einfach die Stadt auf sich wirken lassen. Bei um die 20 Grad konnte man auch draußen sitzen und

die Sonne genießen.

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Die Gassen der Altstadt laden geradezu zum schlendern ein und schnell fällt auf, dass es an jeder Ecke eine Köstlichkeit names „Trdelník“ gibt. Es schmeckt auf jeden Fall so gut wie es aussieht. Ich konnte auch nicht wiederstehen und bin während meines Trips gleich dreimal schwach geworden 😀 Den Abend haben wir dann in einem irischen Pub (caffreys irish pub) ausklingen lassen.

 

Für die Prager Burg haben wir den dritten Tag eingeplant und sind nach dem Frühstück erstmal zum zweiten Hotel der Reise gefahren (3 Stationen entfernt). Da wir so früh aus dem ersten Hotel auscheckten, dachte ich, dass wir beim zweiten Hotel erstmal den luggage-Room beanspruchen müssen, aber nein! Wir wurden sehr freundlich im Hotel Plaza Alta empfangen und durften direkt in unser Zimmer. Das Hotel ist zwar schon etwas älter, bietet jedoch alles was man braucht. Wir hatten ein Zimmer nach hinten raus (also ein völlig ruhiges Zimmer), eine Badewanne und das Frühstück war echt super. Das mexikanische Restaurant im Hotel ist ebenfalls zu empfehlen.  Also das zweite Hotel hat mir wesentlich mehr gefallen und mit den Tram-Linien 6 und 12, die direkt vor der Tür losfahren, kann man die Altstadt super erreichen.

Wir sind also nach dem Hotel-Wechsel direkt mit der Tram rauf zur Prager Burg gefahren. Einen ersten Eindruck von der Burg bekommt man von den Palastgärten, die man gratis betreten darf.  Von hier aus empfiehlt es sich, erstmal eines der Tickethäusschen aufzusuchen um zu gucken, was man auf der Burg genau besichtigen möchte. Wir haben uns für die Besichtigungsroute B entschieden. Die beinhaltet den alten Königspalast, die St. Georgsbasilika, das goldene Gässchen und den St. Veitsdom. Das ganze kostet pro Person 250 Kronen (ca. 10 Euro).  Es gibt hier so viel zu sehen und zu erkunden, dass man hier auf jeden Fall viel Zeit einplanen sollte. Da fast alle Tafeln und Infostände nur auf englisch, bzw. teilweise nur auf tschechisch sind, sollte man überlegen, ob man sich einen deutschen Audio-Guide mitnimmt. Wir haben es beide sehr informativ und schön auf der Burg gefunden, doch am meisten hat mir die Aussicht auf die Stadt zum Abschluss der Burg gefallen. Wer bei schönem Wetter rauffährt, sollte sich zwei Bierchen und ein paar Snacks einpacken und sich ein Plätzchen entlang der Burgmauer suchen und auf den Sonnenuntergang warten.

Am nächsten Tag hatten wir uns spontan dazu entschieden den Prager Zoo zu besuchen, da wir schon sehr lange nicht mehr in einem Zoo waren. Ich möchte hierzu gleich sagen, dass wir uns beide danach schnell einig waren, dass das unser letzter Zoobesuch gewesen sein wird (was jetzt nicht speziell an diesem Zoo lag).  Uns wurde der Zoo von verschieden Seiten sehr empfohlen, und die Lage und Aufteilung des Zoos ist wirklich beeindruckend. Für 200 Kronen pro Person kann man hier den ganzen Tag verbringen. Wir beide waren schon viele Jahre nicht mehr in Zoos und mein Freund freute sich am Tag zuvor sehr darauf. Ich glaube ich es liegt an der nüchternen Sicht eines Erwachsenen, dass man vieles nicht so artgerecht für die jeweiligen Tiere sieht und einem deshalb vielleicht auch erst jetzt auffällt, was das Zooleben für die Tiere heißt. Ich will hier gar nicht weiter darüber debatieren. Deshalb sei festgehalten, der Park ist sauber und sehr groß und hat einiges zu bieten und ist sehr familienfreundlich.

Abends haben wir uns entschieden, den sommerhaften Tag an dem Prager Metronom ausklingen zu lassen. Dort wo jetzt das Metronom steht, stand eins ein riesiges Stalin-Denkmal. Der Park liegt neben der Altstadt auf einem Hügel, sodass man einen fabelhaften Blick auf die Stadt hat. Dieser Park ist riesig und ist an guten Tagen gefüllt mit Familien, Sportlern, Hunden und Kindern.

Es gibt am linken Rand des Parks ein kleinen Imbiss, wo man sich Bier, Sekt, Snacks und anderes mitnehmen oder vor Ort verzehren kann. Als kleinen kulturellen Abschluss haben wir mit dem Blick auf Prag und die Moldau via Kopfhörer einmal die Moldau von Smetana durchlaufen lassen und haben dann auf einen schönen Trip angestoßen.

Zum Abschluss möchte ich euch noch ein paar Tipps geben, die man für den Besuch in Prag beachten sollte:

– Geht nicht in diese Wechselstuben, sondern hebt lieber Geld direkt ab (selbst wenn an den Wechselstuben steht, dass sie keine Wechselgebühr nehmen, tun sie es doch!)

– Steigt nicht in jedes Taxi, vor allem nicht an den Haupttouristenplätzen der Stadt. Ihr bekommt hier fast nur überteuerte Fahrten! Es gibt zwei seriöse Unternehmen (AAA und City-Taxi) die sehr zuverlässig und fair sind.

– An jeder Ecke werden tolle Kulturveranstaltungen wie zum Beispiel Klassikkonzerte angeboten, doch Vorsicht: Meist handelt es sich um überteuerten Touristenquatsch mit lieblos zusammengestellten Klassikhits.

Eine Stadt, so vielseitig und geschichtsträchtig, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinsoll. Wir haben uns schnell und gut zurecht gefunden und hatten uns stets willkommen gefühlt. Diese Stadt habe ich nun zum zweiten Mal besucht (das erste Mal übrigens mit Hund) und kann Prag nach wie vor wärmstens weiterempfehlen.

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Jules sagt:

    Ich war auch letzten August in Prag und bin wirklich sehr begeistert von der Stadt!

    Was ich für die Anreise empfehlen kann, ist selbst zu fahren und Leute über blablacar mitzunehmen.
    Mein Freund und ich sind in Köln gestartet und haben jeder für Hin- und Rückfahrt nur 5! Euro bezahlt. Dafür mussten wir aber auch in Frankfurt und Nürnberg halten, also waren statt 8 Stunden 10 unterwegs. Aber dadurch war unsere Anreise so günstig, dass wir es immer wieder so machen würden 🙂

    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

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