Midsommar in Schweden

Für die, die noch nicht wissen wo sie diesen Sommer ihren Urlaub verbringen sollen habe ich eine ganz tolle Idee: Schweden!        Um genau zu sein Öland.

Dort waren wir nämlich letzten Sommer mit der ganzen Familie (auf Wunsch von Opa). Wir wollten nach so vielen Jahren wieder zusammen verreisen und überlegten, wo wir wohl alle glücklich werden und da fiel die Wahl nicht wie sonst früher auf Österreich, sondern auf Schweden.

Wir hatten uns bei der Suche nach einem Ferienhaus gar nicht auf eine Gegend eingestellt und suchten schon ein dreiviertel Jahr vorher im Internet nach möglichen Unterkünften im Internet. Kriterien waren 5 Personen (3 Schlafzimmer), Hund und Wassernähe. Und da guckten wir ziemlich schnell in die Röhre, denn uns wurden tatsächlich nur 10 Häuser in ganz Schweden vorgeschlagen, die diese Kriterien erfüllten. Also verglichen wir die Häuser und haben uns dann für das für uns Beste entschieden.

Somit stand fest, dass es also nach Öland geht und so dauerte es keine 24 Stunden, da war mein Marco Polo Reiseführer für Schweden in der Post (das ist immer das Ritual nach Festlegung des Reiseziels).

Da meine Eltern aus Stralsund gestartet sind und wir aus Hamburg, sollten wir uns erst am Ferienhaus treffen. Die Überlegung war nun: Wie fahren wir am Besten? Unsere Wahl fiel auf die Strecke über Fehmarn mit der Fähre nach Rødby (Dänemark) und dann mit Auto den Rest. Die kurze Fährzeit schien uns für den Hund am Besten. Wir haben pro Fahrt glaube ich ca. 80 Euro bezahlt und Frida durfte an Bord auch mit durch die Gegend laufen.20170702_134025

Nach der Fähre haben wir, ganz vorausschauend wie wir sind, festgestellt, dass wir hätten noch tanken sollen. Also gurkten wir erstmal durch dänische Dörfer auf der Suche nach einer Tankstelle. Nachdem wir endlich eine gefunden hatten, gönnten wir Frida einen kleinen Spaziergang und fuhren dann frisch gestärkt weiter Richtung Schweden.

Die Besonderheit die hier an der Grenze Schwedens auf den Hundebesitzer wartet ist, dass man den Hund bei der Einfuhr anmelden muss, also ACHTUNG!!! Nicht einfach einreisen. Bei unserer Grenzüberfahrt haben wir kein Personal draußen stehen sehen, deshalb sind wir zu dem Häusschen gegangen und wurden auf ein Raum mit einem Telefon verwiesen (es fühlte sich ein wenig so an, als wäre ich in einem Spionage-Agenten-Film). Ich sollte nur den Hörer abnehmen, kurz warten und dann dann sprechen :D. Eine Dame meldete sich und teilte mir auf Englisch mit, dass sie die Chipnummer des Hundes, die Rasse und den Grund der Einreise durchgesagt haben möchte. Dies teilte ich durch den Hörer mit und sie sagte dann, dass der Hund nun registriert sei. Irritiert aber zufrieden ging ich zum Auto zurück und wir fuhren weiter.

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Das erste was mein Herz in Schweden höher schlagen ließ waren die „Achtung Elch“ Schilder alle paar Kilometer. Suchend nach Elchen fuhren wir durchs Land und waren von der Ländlichkeit Schwedens völlig beigeistert. Wie ich leider gleich vorweg nehmen kann, habe ich bis zum Ende des Urlaubs keinen Elch gesehen 😦

Nach etlichen Stunden schleichend auf den Landstraßen kamen wir endlich in dem kleinen Örtchen (ich glaube bestehend aus 5 Häusern und einem Fischrestaurant) an und sahen unseren Urlaubstempel. Meine Eltern waren schon da und zeigten uns gleich mal das Haus. Das für uns beste an dem Haus war, dass es das Haupthaus gab, aber auch eine kleine separierte Wohnung direkt daneben. So war das Streitpotenzial für die nächsten zwei Wochen minimiert.

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Mein Opa zeigte mir gleich ganz stolz die Angeln nebst Zubhör, die sie extra mitgebracht hatten, denn mein Opa wollte unbedingt angeln!. Nach einer kleinen Führung haben wir uns gemütlich auf die Terrasse gesetzt und den abend bis kurz vor Mitternacht draußen gesessen, denn es war Midsommer. 

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Am nächsten Tag wollten wir uns etwas erholen und das Auto stehen lassen, so war meine Idee, die Angeln doch mal an der Mole hinter dem Grundstück ins Wasser zu halten. In den Reiseführern stand Öland als das Angelparadis schlechthin, also malten wir uns gigantische Fänge aus. Den Tag über verloren wir aber nur angeknabberte Würmer, sodass abends Fleisch auf den Grill gelegt wurde.

Die nächsten Tage fuhren wir zu einigen Angelspots, da uns der Ergeiz gepackt hat, etwas auf den Teller zu fangen. Es sollte bei dem ganzen Urlaub aber tastsächlich nur ein Fisch gefangen werden UND das im Übrigen von mir 😀 (das passte den Herren der Schöpfung glaube ich gar nicht). Meine hart erkämpfte Flunder habe ich natürlich brüderlich mit der ganzen Familie geteilt.

Mein Freund und ich haben uns im Laufe des Urlaubs ein wenig traurig gefüllt, das wir nicht mit dem Camper an sich unterwegs waren, denn Öland ist DAS Reiseziel für Camper und WoMos. So viele Stellplätze direkt am Wasser und auch richtige Campingplätze mit sehr guten Bewertungen soweit das Auge gereicht hat. Ich denke das wir die Tour auch nochmal mit Camper machen werden. Traumhaft schön.

Zu Schweden an sich ist übrigens zu bermerken, dass alle Schweden wirklich hervorragend englisch sprechen können (ich hab mir sagen lassen, das liegt wohl daran, dass die dort meist nur Filme mit Untertitel gucken können) und dass sie alle wirklich sehr freundlich sind. Wir haben an keiner Stelle das Gefühl gehabt, nicht wilkommen zu sein.

Und es wird hier einfach ALLES mit Karte gezahlt. Sogar am Parkautomaten steht man mit seiner Kreditkarte. Was alles echt einfach gemacht hat, denn wir haben tasächlich keinen einzigen Cent tauschen müssen.

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Wir haben in der Nähe unseres Hauses im Übrigen ein äußerst guten Eisladen gehabt. Der Hof hieß Källa Glassgård und es ist zwar preislich schon eine gesalzene Nummer, aber nach einem Löffel weiß man: Das hat sich gelohnt! Da es hier, glaube ich, nur draußen Plätze gibt (teilweise mit Schirmen), kann man hier auch mit Hund hinfahren.

 

 

Das wohl schönste Café wo ich seit langem war, ist das Café Haget. Wer die Zeit hat, sollte hier unbedingt einkehren. Es liegt etwas versteckt im Wäldchen direkt am Wasser. Eine kleine Hütte, findet man hier, die Stullen, Kuchen und ähnliches anbietet. Auch hier gibt es auch draußen viele Plätze, deswegen hatten wir mit Frida keine Probleme. Die Kuchen waren zum niederknien lecker und mein Kakao muss ein Suchtmittel enthalten haben, denn ich wollte unbedingt mehr davon!

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Wir sind auch an einem Tag nach Kalmar gefahren. Ein kleines Städtchen auf dem Festland mit einer Bummelmeile, Restaurants und schönen Ecken. Ob Läden oder Restaurant, wir konnten mit dem Hund alles betreten und wurden sehr freundlich begrüßt. Ein schönes Ausflugsziel ist die am Wasser gelegene Burg. Ein tolles Rahmenprogramm wird hier den Besuchern geboten. Studenten verdienen sich hier was dazu und laufen als Gauckler, Prinzessin oder König herum und erzählen von verborgen Schätzen und früheren Schlachten. Das gefiel uns allen. Es gab auch zu bestimmten Zeiten Führungen auf Deutsch. Nur mit Hund darf man nicht in die Gemäuer hinein, deshalb teilten wir uns auf. In und um die Burg herum gibt es genug Bänke, man kann hier also eine Weile verweilen.

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Nachdem die Hälfte des Urlaubs bereits vergangen war, wurden wir Zeuge eines schönen Rituals der Schweden. Vor jedem Haus auf der Insel standen mindestens 6-8 Autos und auch unser Haus neben an wurde binnen Stunden mit vielen Menschen gefüllt. Es scheint, als würde wirklich die ganze große Familie Midsommar feiern und so bauten sie einen langen Tischunter dem blauen Himmel über das ganze Grundstück auf. Sie waren nicht zu laut und machten tatsächlich zur Schafenszeit ihre Musik aus. Wahnsinnig rücksichtsvoll. Die Damen gingen am Nachmittag auf der Wiese auf und ab um Blumenkränze zu basteln. Eine schöne Art ein Fest zu feiern. Als wir mit dem Hund vom Spaziergang wiederkamen kam eine der Damen rüber und erklärte mir, dass man zu Midsommar immer Blumen tragen sollte und setzte mir einen Kranz auf 🙂

Wir sind auf Empfehlung des Reiseführers exra einmal von ganz oben der Insel, nach ganz unten zum „Långe Jan“ gefahren. Nunja, es war echt schlechtes Regenwetter, aber das hat uns bisher noch nie aufgehalten wohin zu fahren. Dort angekommen, stellten wir recht schnell fest, dass das mit Hund eher nicht zu empfehlen ist. Man kann nicht auf den Leuchtturm mit und und das einzige Restaurant, wo man sich hätte aufwärmen und trocknen wollen erlaubte keine Hunde. So sind wir nach eine Runde spazieren wieder zum Auto und zurückgefahren.

Ein wirklich schönes Fleckchen Erde ist auch Kapelludden. Enttäuscht von Långe Jan fanden wir über Google auf dem Rückweg diesen Ort und dachten zum Angel reinhalten ist der Platz allemal schön. Aber durch die Ruine und dem Leuchtturm ist es ein schöner Ort zum spazieren und genießen. Wir trafen hier nur ein weiteres Paar mit Hund an dem Tag und wie der Zufall es wollte, waren es auch Hamburger die hier Urlaub machten (die Welt ist soo klein).

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Der Långe Erik im Norden ist hingegen zum Långe Jan im Süden wirklich einen Ausflug wert und zwar weil man hier in einer wunderschönen Kulisse den wohl schönsten Sonnenuntergang beobachten kann. Durch den Midsommer hat man hierfür auch ein bisschen mehr Zeit 😉

Ihr merkt, es gibt viel zu erkunden und man kann seine Urlaube hier völlig bunt gestalten. Wir haben die Familienzeit hier genossen und die Gastfreundlichkeit der Schweden ist wirklich bezaubernd. Ob mit WoMo, Haus, Hund, Familie oder allein…eine absolute Reiseempfehlung!

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PS: Wer auf den Rückweg ein bisschen mehr Zeit einplant, sollte unbedingt über die Öresund-Brücke über Dänemark nach Hause fahren. Wir haben so noch halt in Kopenhagen machen können und haben die Landschaften genossen.

 

Eure MaryEitsch

 

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nice views and wonderful adventures! Thanks for sharing!

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  2. stefferl1982 sagt:

    Ganz heißen Dank für diese tollen Bilder, Impressionen und Reisetipps. Jetzt werde ich direkt mal mit meinem Mann den nächsten Urlaub besprechen 😉

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    1. maryeitsch sagt:

      Dann hoffentlich bald viel Spaß in Schweden 😊

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  3. Werner sagt:

    Ein schöner informativer Bericht .Ich möchte Öland in wenigen Wochen besuchen, reise allerdings mit dem Wohnmobil an .Es geht dann weiter bis zum Götakanal . LG Werner

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    1. maryeitsch sagt:

      Dann viel Spaß. Ich fand die besten „freien Stellplätze neben der Straße direkt am Wasser gab es im Norden der Insel 🙂

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