Roadtrip durch die Niederlande, Belgien und Frankreich in einer Woche!

 

Heute möchte ich euch hier von meinem Geburtstags-Überraschungstrip vom Herbst 2017 berichten. 

Wir wollten im Herbst unbedingt nochmal mit dem Camper losfahren, wussten aber nicht Recht wohin und schließlich überkam mich die Idee einfach eine kleine Tour zu machen, die dann üblicherweise in meiner Planung wieder ausuferte.

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Wir sind natürlich wie immer mit dem Hund unterwegs gewesen. Die bereisten Länder sind allesamt äußerst hundefreundlich gewesen und es reichen bei allen Ländern der EU-Impfpass samt Tollwut-Impfung und die Chipung des Hundes aus. Also ganz entspannt.

Die Tour begann also von Hamburg und ging zuerst nach Rotterdam.

IMG_20170930_170148_574.jpgJeder der die A1 schon mal Richtung Niederlande gefahren ist weiß, dass er hier immer Pufferzeit für Staus etc. planen sollte. Nach 5 ½ Stunden (wenn es denn ohne Stau geht) kommt man dort an. Die Stadt ist ziemlich gut aufgestellt, was Schilder und Übersicht angeht. Wir hatten ein B&B gesucht, da wir keinen Platz mehr in und um Rotterdam  gefunden hatten. Dieses (Cherrycake & Choclate) B&B war äußerst gut gelegen und wunderschön. Unscheinbar klingelt man an eine kleine Haustür und darf dann die 

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gefühlt kleinststufige und steilste Treppe aller Zeiten nach oben gehen. Doch der kleine Aufstieg lohnt sich, denn jedes Zimmer ist mit Liebe zum Detail völlig individuell eingerichtet und bietet einen schönen maritimen Blick aus dem Fenster. Kleiner Bonus zu der Lage: Wir waren  nicht nur sehr zentral, die Parkplätze am Wasser waren auch kostenfrei! Wir hatten das englische Zimmer und natürlich gab es auch keine Schwierigkeiten mit Frida. Hunde sind in dem B&B sehr willkommen.

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Die Stadt ist absolut eine Reise wert wie ich finde. Nicht nur das Hafen natürlich beeindruckend riesig ist (ja das muss ich auch aus hamburger Sicht zugeben), sondern der kulturelle Faktor ist ziemlich vielfältig.

Wir sind in Rotterdam mit dem Hund erstmal ausgiebig spazieren gegangen und dann gleich noch die Gelegenheit genutzt auf eine Schiffrundfahrt durch den Hafen zu machen. Der Hund muss hier kein extra Ticket löhnen. 

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Anschließend suchten wir einen schönen Ort zur Nahrungsaufnahme und den fanden wir auch schnell: Die Markthalle. Mit Hund muss ich zugeben, kann es zu Stoßzeiten etwas zu voll sein und daher muss man gucken ob es dann geht. Wir haben eine gute Zeit erwischt und konnten in Ruhe durch die Halle schlendern. Hier findet jeder definitiv etwas, denn die Vielfalt kann man beim ersten Besuch gar nicht aufsaugen. Wir sind bei einem netten Burgerladen an der Seite hängen geblieben. Mit Frida bekamen wir auch einen Tisch in der Ecke, wo es ein bisschen ruhiger zuging. Absolut lecker und preislich völlig okay.

Wohl genährt schlenderten wir noch durch die kleinen Straßen zurück zum Hotel und fielen müde ins Bett.  Wer mag kann zum einschlafen die vorbeifahrenden Schiffe zählen 🙂 Morgens gab es zum Abschied noch ein sehr liebevoll selbstgemachtes Frühstück mit Blick auf den Rhein.

Weiter ging es nach Brügge (ca. 2 ½ Stunden Fahrt). Hier planten wir allerdings nur den einen Tag ein, da wir abends schon bei Freunden in Frankreich zu Gast waren. Uns wurde Brügge als Venedig des Nordens empfohlen und tatsächlich hat es mit den Brücken und kleinen Kanälen ein ganz romantisches Flair.

Einen Parkplatz im Zentrum zu finden mit dem Camper dauerte etwas; genauso lange aber auch das Szenario an dem Parkscheinautomaten 😀 ich habe einen Moment gebraucht um zu verstehen, dass man das Auto mit dem Kennzeichen quasi über den Parkautomaten registrieren muss. Nachdem wir das geschafft haben konnte es losgehen.

Durch die schönen Gassen zu gehen ist wirklich schön und versetzt ein auch mal etwas in der Zeit zurück. Wer jedoch einen Hund hat, der nur auf grünem Untergrund sein Geschäft verrichtet, der sollte vorher mit ihm gehen, denn in der Innenstadt ist alles gepflastert. Es gibt allerlei Möglichkeiten, wie mit Guides oder Booten die Stadt zu erkunden. Wir sind einfach entlang des Wassers zur die Stadt geschlendert. Gegen späten Mittag überkam uns dann doch der Hunger und wir suchten nach einem nicht so touristisch vollgestopften Laden. Wir sahen dann „De Vlaamsche Pot“. Ein scheinbar kleines uriges Restaurant, wo natürlich auch wieder Hunde erlaubt waren (ich glaube der Zusatz ist mittlerweile nicht mehr notwendig, denn Frida war die ganze Reise dabei :D) Wir bekamen einen Tisch in der hintersten Ecke und erst dachten wir würden aufs Abstellgleis damit gesetzt werden, doch nein! Wir bekamen den wie ich fand wahrscheinlich romantischten Tisch Brügges.

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Die Bedienung spricht hier auch ein bisschen Deutsch, sodass man sich gewisse lokale Spezialitäten auch gerne erklären lassen kann. Ich kann zum Essen nur eins sagen: ZUM NIEDERKNIEN. Absolut lecker, ausreichend und preislich im Rahmen. Klare Empfehlung.

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Nach dem Essen allerdings waren wir so gesättigt, dass weitere Spaziergänge nicht möglich waren 😀 Also spazierten wir zu unserem Auto zurück und führen weiter zu unseren Freunden, die bei Calais wohnen.

Natürlich kann man nicht einfach an Calais/Dünkirchen vorbeifahren, also hielten wir auch hier kurz an um einmal am Strand spazieren zu gehen. Die Parkplatzsuche ist hier ziemlich mühselig. Umso weiter man am Wasser parken will, umso mehr Anwohnerparkplätze und Halteverbotszonen gibt es. Also ruhig etwas weiter vom Strand parken. Campingplätze gibt es hier wie Sand am Meer, sodass es kein Problem sein sollte hier auch mal spontan etwas zu finden.

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Nach einem schönen Abend bei unseren Freunden (und köstlichen selbstgemachten Crêpes) und einer windigen Nacht im Camper sind wir nächsten Morgen zeitlich mit den Kindern, die zur Schule gebracht wurden, losgefahren.

Lille war mein kleiner Favorit auf dieser Reise, denn ein kleiner Teil in mir hat sich seinerzeit mal in Frankreich verliebt. Die Strecke war in 1 ½ Stunden problemlos zurückgelegt. Wir haben uns Gott sei Dank vorher über die Parkhäuser in Lille informiert, denn die übliche Einfahrtshöhe liegt dort bei 1,80m. Wir haben über Google ein Parkhaus gefunden, was 2,10m bieten konnte. Eigentlich wollten wir dann weiter im Camper übernachten, doch wie es immer so ist (und ich HASSE es) bin ich in mIMG_20171002_125253_521einem Urlaub krank geworden. Wahrscheinlich habe ich mich bei den Kindern angesteckt und die Standheizung hat ihr übriges getan. Natürlich war ich dann so hartnäckig, dass ich nicht nach Hause wollte. Stattdessen suchte ich mir eine Apotheke in Lille um mich reichlich mit Medikamenten einzudecken. Vollgestopft mit diesen Medikamenten wollten wir dann aber doch nicht so viel durch die Gegend laufen, also hielten wir Ausschau nach einer Stadtrundfahrt. Wir fragten freundlich nach, ob das mit dem Hund ein Problem sei und es hieß an der Kasse, dass es wohl im Ermessen des Busfahrers liegt.

 

Unser Busfahrer verliebte sich gleich in Frida, das Hindernis war also schnell erledigt. Die Audioguides gab es auch auf Deutsch, so konnten wir uns schön berieseln lassen.

Anschließend gab es natürlich Gallettes und Crêpes in einem kleinen Bistro. Wir hatten nicht das Gefühl das wir irgendwo nicht mit Hund reingekommen wären. Deshalb auch in dieser Stadt Daumen hoch.

Wir sind dann zu einem kleinen Hotel (au Moulin IMG_20171002_135612_026d´Or) gewatschelt, was jetzt nicht der absolute Hingucker war, sich jedoch als sauber, zentral und hundefreundlich erwies. Das Frühstück war hier auch absolut okay! Der Tag ging in Lille etwas schneller zu Ende, da meine Erkältung sich weiter ausbreitete.

Neuer Tag, neues Glück! Naja oder so ähnlich. Mir ging es immer noch kein Stück besser, deshalb blieben wir dann eine weitere Nacht in dem Hotel und strichen Antwerpen von unserer Tour. Des Weiteren suchten wir nach einem Hotel in Amsterdam und Brüssel, da wir schon absehen konnten, dass es mit dem Campen und der Standheizung nichts mehr werden wiüde. Somit ist die ursprüngliche Roadtrip-Camper Idee völlig kaputt gegangen. Aber aufgeben? Niemals!

Nach intensiver Bettruhe und Fastfood ging es mir am nächsten Tag schon etwas besser, sodass wir weiter nach Brüssel gefahren sind. Absolut schöne Stadt mit schönen Plätzchen zum Verweilen. Hier habe ich ein Hostel (Meininger) gefunden, was wie ich fand eine sehr gute Lage hatte. Es war in einer ehemaligen Fabrikhalle und war sehr modern aufgestellt. Frida musste hier nichts extra zahlen. Nur zum Frühstück hätte sie auf dem Zimmer bleiben müssen, aber wir waren sowieso auswärts essen, deshalb hat sich das auch erledigt. Wir sind auch hierher wieder nur 1 ½ Stunden gefahren, sodass wir viel vom Tag hatten.

Die Big-Bus Tours haben in Brüssel eigentlich echt ansprechende Routen mit Hop-on Hopp-off angeboten nur sind wir bei mit Hund hier abgeblitzt. Also entweder zu Fuß oder an verschieden Stationen ein Fahrrad leihen.

Absolute Pflicht war natürlich irgendwas Geniales aus Schokolade zu finden und siehe da. Wir haben uns etwas absolut vollkommenes gegönnt und es war noch leckerer als es auf dem Bild aussieht.

IMG_20171003_215050_844Es war aber auch ein wenig teuer….aber sowas muss auch mal sein finde ich. Die Stadt hat sehr viel zu bieten, vor allem außerhalb der üblichen Touristenhighlights. Mein Lieblingsort war der Place Poleaert! Wunderschöne Aussicht und das umsonst! Und das i-Tüpfelchen war der kleine Food Truck mit belgischen Waffeln, sodass man sich gemütlich mit Kaffee und Waffel auf die Mauer setzen kann um den Ausblick zu genießen.

Nach den ganzen Sünden haben wir uns die Füße weiter vertreten und haben per Zufall das Hunde-Pendant zum Manneken Pis gefunden (das ist viel cooler :D).

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Schöne kleine Schmökerlädchen sind im ganzen Zentrum zu finden, sodass wir auch mal ein wenig bummeln waren.

 

Abends haben wir uns ganz gesund einfach einen Dürum aufs Zimmer mitgenommen und sind (beide!) mit Wick-Medinight entspannt eingeschlafen. Nächsten Morgen gönnten wir uns köstliche Croques Monsieurs an dem Bistro an der Ecke und machten uns auf zum letzten Stopp unserer Reise: Amsterdam.

Drei Stunden Fahrt fand ich vollkommen in Ordnung, zumal es auf den Straßen in Belgien, Frankreich und Niederlande generell durch die Geschwindigkeitsbegrenzungen äußerst entspannt zugeht.

Wir haben uns für ein kleines Highlight in Amsterdam entschieden und suchten nach einem besonders ausgefallenen, coolen Hotel (möglichst mit Badewanne für ein Erkältungsbad). Wir sind nach Internetrecherche relativ schnell auf das Lloyd Ambassy Hotel gestoßen. Früher ein Militärkrankenaus und Psychiatrie gewesen, ist es heute ein weiße Leinwand für Designer. Jeder Raum wurde von einem anderen Designer gestaltet und es gibt Zimmer in dem Hotel von 1 bis 5 Sterne. Man kann nur die Sterne-Kategorie auswählen und bekommt dann einen Raum zugewiesen. Das Hotel beeindruckt durch seine absolute Raumvielfalt und ist mit Gästen aus aller Welt und verschiedenen Altersklassen ein toller Ort zum austauschen (es gibt unzählige Gemeinschaftsräume in dem Hotel, man muss sie nur finden).

Wir reisten an und waren ganz gespannt welches Zimmer wir bekommen haben und gingen den dunklen Flur entlang (das es mal ein Krankenhaus oder ähnliches war hätte man spätestens hier erraten). Wir schlossen eine große Metalltür auf und trauten unseren Augen kaum 😀 Ein Almhüttenzimmer mit einem Bett mit Platz für Schneewittchen UND die sieben Zwerge. Das hätten wir nicht hinter der Tür vermutet, war aber wirklich sehr cool.

Nachdem wir uns von unserem coolen Zimmer losreißen konnten, sind wir mit der Tram zwei Stationen zum Hauptbahnhof gefahren und begaben uns dann in die engen Gassen durchs Zentrum. Für Frida war es zeitweise doch etwas grenz-wertig aufgrund der Massen an Leuten. Jedoch reichte es oft aus einfach eine Querstraße weiter zu gehen um seine Ruhe zu haben.

Wir haben uns für eine Grachtentour zum Einstieg in die Stadt entschieden und festgestellt, dass es selbst bei den Booten mittlerweile Hopp-on/Hopp-off gibt. Und Frida war natürlich wieder kein Problem. Es gibt zwei Touren von dem größten Grachtentouranbieter, die beide sehr schön sind und auch viele Informationen bieten. Nachdem wir diese Touren gemacht hatten, haben wir uns Essen für unterwegs geholt und haben uns auf eine Bank am Wasser hingesetzt. Was man da so beobachten kann (aufgrund der nah gelegenen unzähligen Coffeeshops) ist gar nicht in Worte zu fassen :D.

Nächsten Morgen haben wir uns für ein Frühstück im Anne&Max gegenüber entschieden. Sehr schöner Laden mit Blick aufs Wasser. Das Ausprobieren aller Speisen ist zu zweit gar nicht zu schaffen, denn die Auswahl ist riesig. Absolut empfehlenswert!IMG_20171005_105624_908.jpg

Wir sind dann gut gestärkt zu Fuß in die Stadt und dort denn Querfeldein und Frei Schnauze durch die Gegend gelaufen und haben viele schöne Plätze gefunden. Ein toller Ort um den Hund mal von der Leine zu lassen ist der Vondelpark. Sehr hübscher Ort, im Sommer bestimmt auch für Picknick oder ähnliches. Wir haben es genossen, dass der Hund sich mal endlich wieder völlig frei entfalten und auch mit anderen Hunden spielen konnte.

Nachdem wir den Hund wider willens eingefangen haben sind wir mit unserem Ticket noch einmal in ein Boot gehüpft und haben dann die andere Hafenseite erkundet.

In Amsterdam haben wir insgesamt zwei Tage verbracht und es hätten noch zwei mehr sein können. Generell sind alle Orte einen längeren Aufenthalt wert gewesen, nur in der Kürze der Würze ging es nicht anders und dafür haben wir ziemlich kompakt viele schöne Momente erlebt. Da die meisten Städte nicht so weit voneinander entfernt sind, ließ sich die Tour gut realisieren.

Mit Frida hatten wir an keiner Stelle große Schwierigkeiten, sodass sämtliche Städte auch mit Hund sehr zu empfehlen sind.

Eine spontane Flausenidee, die sich als echt cooler Trip herausgestellt hat (natürlich wäre es ohne Erkältung noch cooler gewesen.)

Ihr habt Fragen oder Anregungen für den nächsten Trip? Schreibt mir gerne 🙂

Eure Maryeitsch

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Werner sagt:

    Eine sehr schöne Reisedoku, lebhaft und informativ beschreiben. Dazu tolle Fotos, die einen kleinen Eindruck vermitteln, was für eine wunderschöne Reise ihr gemacht habt. Da kann man nur sagen, ab hinters Lenkrad und nachreisen. Denn so etwas muß man selbst erlebt haben.. 👍👍👍LG Werner

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    1. maryeitsch sagt:

      Dankeschön ☺

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